Das DEI wird exclusiv in den Motorseglern der DG Flugzeugbau GmbH verwendet, deshalb zitieren wir zur Beschreibung des Gerätes die entsprechende Seite bei DG:
Beim DEI wird dagegen der Pilot fast vollständig von Handgriffen des Ein- und Ausfahrens entlastet. Für
den denkbaren Fall eines Versagens der Automatik steht ein komplettes manuelles
Zweitsystem mit eigener Propellerbremse und manuellem Notschalter zur Verfügung,
bei dessen Benutzung jede Automatik überbrückt wird.
Wie wirken sich diese Konzepte nun für
den Piloten in der Praxis aus?
Jochen Ewald, Redakteur des "Fliegermagazins"
hat für das Oktoberheft 1996 einen Testbericht des "Ventus 2CM" geschrieben,
der mit einem ILEC ausgestattet ist. Es heisst darin über den Vorgang
des Triebwerk-Einfahrens
"Zum Abstellen des Motors wird nach
Ausschalten der Spritpumpe, Schliessen des Brandhahnes und Abschalten der
Zündung bei 85 Stundenkilometern kurz gewartet, bis der Propeller
steht. Jetzt den Knebel des Propellerhalters ziehen, um 90 Grad drehen
und ganz hinein schieben. Bei etwa 95 Stundenkilometern läuft der
Prop langsam bis an den Anschlag. Der ausgefahrene stehende Propeller beeinträchtigt
erwartungsgemäss Flugleistungen und Eigenschaften weit weniger als
bei den Vorgängermustern mit externem Motor. Ein leichtes Schütteln
im Leitwerk erinnert den Piloten jedoch daran, dass er noch etwas zu erledigen
hat, bevor der Ventus zum echten Hochleistungssegler wird: Er muss den
Ausfahrschalter ganz nach unten drücken, bis eine Leuchte das Ende
des etwa acht Sekunden dauernden Einfahrvorgangs anzeigt." Der gleiche
Jochen Ewald hatte einen Monat vorher im "Fliegermagazin" die neue DG-800B
getestet und schrieb zum gleichen Vorgang:
"Für
den Piloten ist alles so einfach geblieben, wie es bei den DG-Motorseglern
schon immer war. Die gesamte Motorsteuerung wird vom elektronischen Steuerungsgerät
DEI übernommen. Hauptschalter, Zündschalter und der Gashebel
mit integriertem Starterknopf - um mehr Bedienelemente braucht sich der
DG-Motorseglerpilot nicht zu kümmern. Das Abstellen und Einfahren
des Motors ist problemlos und wie gewohnt: Zündung aus; wenn der Propeller
steht, ein Druck auf den Anlasser, bis er annähernd senkrecht im Spiegel
zu sehen ist. Im Fahrtwind dreht er das letzte Stück bis in die senkrechte
Lage, wo die Propellerbremse ihn hält, während der Antrieb einklappt.
Auch hierbei ist keine nennenswerte Lastigkeitsänderung zu spüren.
Die Flugleistungen und Eigenschaften beim Flug mit ausgefahrenem, stehenden
Antrieb sind wesentlich besser als bei den Vorgängermustern mit aussen
liegendem Motor".
Praxisgerecht könnte man den Einfahrvorgang
auch so schildern: "Bei Erreichen der gewünschten Höhe schaltet
der Pilot die Zündung aus und konzentriert sich darauf, die gefundene
Thermik zu zentrieren." Alles andere geht nämlich voll automatisch
- auch die Senkrechtstellung des Propellers und optional vor allem dessen
Abbremsen während des Einfahrvorgangs.
Zum Ausfahren in der Luft wird lediglich
die Zündung eingeschaltet und der Startknopf gedrückt gehalten.
Wenn der Motor komplett ausgefahren ist, springt er an.
In dem DEI sind eine
Reihe weiterer Funktionen eingebaut:
-
Der Anlasser spricht nicht an bei ausgeschalteter
Zündung.
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Der Zündschalter schaltet gleichzeitig
den Spindelmotor zum Ein- und Ausfahren und ausserdem die Benzin- und die
Kühlwasserpumpe - normalerweise aus der Batterie aber bei Stromausfall
direkt vom Generator.
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Zum einfacheren Einfahren des Triebwerks
wird der Anlasser mit gepulstem Strom versorgt und dreht so den Propeller
langsam bis in die senkrechte Stellung. Das funktioniert bei langsamem
Flug und sogar am Boden, so dass Sie das Triebwerk
vom Cockpit aus einfahren können.
-
Drei Hauptanzeigen stehen zur Verfügung:
Kraftstoffvorrat, Drehzahl und Wassertemperatur. Der Platz für einen
mechanischer Drehzahlmesser lässt sich einsparen!
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Weil der Anlasser über Leistungstransistoren
geschaltet wird, werden Spannungsspitzen weitgehend vermieden, die elektronischen
Geräten schaden könnten.
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Weiterhin sind noch Warnungen eingebaut
für Kraftstoffmangel, Drehzahl- und Temperaturüberschreitung.
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Umschaltbar ist ein Betriebsstundenzähler,
ein Kurzzeit-Stundenzähler und die Anzeige der Batteriespannung und
der EGT, der Abgas-Temperatur.
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Weiterhin wird optional der Primer automatisch
gesteuert.
Der Pilot braucht dann also weder den
Primer noch eine Choke-Klappe manuell zu bedienen.
Bei Dampfblasenbildung im Vergaser
kann der Primer aber auch manuell für jeweils eine Sekunde in Tätigkeit
gebracht werden, wenn man bei laufendem Motor auf den Anlasser drückt.
Probieren Sie das mal!
-
Schliesslich bietet das DEI noch eine automatische
Abschaltung der externen oder internen Benzinpumpe beim Betanken des Flugzeugs.
Übergelaufenes Benzin gibt es also nicht mehr. Gleichzeitig wird automatisch
die Tankanzeige neu geeicht.
Das DEI stellt ganz offensichtlich eine
erhebliche Erleichterung für den Piloten dar und macht ihn durch das
zweite manuelle System dennoch nicht von der Technik abhängig.
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